Was ist eigentlich Resilienz?

Allheilmittel + letztes Stadium der Selbstoptimierung? Oder eher ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedenster Faktoren, die eine Persönlichkeit ausmachen?

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Im Januar schon, ein paar Tage her, hörte ich durch Zufall einen Vortrag zum Thema Stressmanagement von Dr. med. Barbara Hochstrasser, Präsidentin des Schweizer Expertennetzwerk für Burnout, in Stuttgart. Erst dachte ich, oh no, nicht schon wieder. Dann ging es mir ziemlich nah, ich überlegte den Raum zu verlassen. Und dann blieb ich doch sitzen. Denn mir erschien ihr Ansatz ganzheitlicher als alles, was ich bisher so gehört und gelernt hatte. Und vor allem dröselte sie diese ominöse „Resilienz“ in ihre Bestandteile auf. Was bedeutet Resilienz? Welche Faktoren beeinflussen sie? Und ganz wichtig: An welchen kann ich arbeiten?

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Danke, Anke

Vielleicht hat der ein oder andere von euch die Reportage von Anke Engelke im Ersten am Montag gesehen. Ich habe zufällig reingezappt – und bin hängengeblieben. Warum müssen wir alle funktionieren? Warum wollen wir alle perfekt sein? Warum der Stress?

Anke Engelke stellt viele Fragen und sucht, auf den verschiedensten Wegen, Antworten. Bei uns, den normalen Menschen, bei Psychologen und Neurologen und Zukunftsforschern. Absolut sehenswert.

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Generation Y

Diese Generation Y. Angeblich bin ich auch eine von denen. Was uns auszeichnet? Ich bin mir da gar nicht so sicher. Natürlich, ich habe auch den ein oder anderen Artikel gelesen. Angeblich könnten wir es uns leisten, auf die Work-Life-Balance zu beharren, da die Wirtschaft sich um uns reisst.

Zwei Fragen: Wirklich? Und was ist eine „Work-Life-Balance“ eigentlich? Sich zum Ausgleich des stressigen Berufslebens noch ein stressiges Privatleben anzuschaffen? Das habe ich ganz gut hingekriegt. Klar, ich habe viel erlebt. Eine Zeit lang hat mir das auch gut getan. Ganz nach dem Prinzip, dem auch unsere euthyme Genuss- und Achtsamkeitstherapie folgt: Man kann die Seelenwaage, die viele schlechte Dinge ins Ungleichgewicht gebracht haben, mit vielen schönen Dingen wieder ins Gleichgewicht bringen. In unserer Therapiestunde waren die schlechten, negativen Dinge einfache Steine, die in der einen Schale einer alten Handwaage lagen. Auf die andere Schale legten wir nach und nach schöne, bunte Glassteine – und siehe da. Irgendwann war das Gleichgewicht wieder hergestellt. Ich spreche aus Erfahrung – es hilft. Aber nicht langfristig.

Wieder zurück zur Generation Y: Ich glaube, es ist vor allen Dingen eines, dass die sogenannte „Generation Y“ eint. Wir hatten bzw. haben alle Möglichkeiten – die Welt liegt uns zu Füßen. Unsere Eltern haben uns oftmals eine behütete Kindheit geboten und sie haben die finanziellen Mittel, uns eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Uns stehen alle Türen offen. Aber, und das ist der eigentliche Unterschied meine ich: Uns stehen alle Türen offen. Wir haben die Qual der Wahl. Woher wissen, welche Ausbildung, welcher Studiengang  der richtige ist? Ist es richtig, die Heimat zu verlassen? Oder doch zu Hause bleiben? Wie kann man denn noch mithalten, wenn Auslandserfahrung, zahllosen Praktika und Mehrsprachigkeit beinahe jeder vorweisen kann, in einer Welt, in der es schlecht ist, Durchschnitt zu sein?

Ich habe mein Abitur mit 1,4 bestanden. Ich hätte Medizin oder Jura studieren können. Ich entschied mich für Sportmanagement. An einer FH. Eigentlich hätte ich lieber Sportwissenschaften, Germanistik oder Romanistik studiert. Aber – auch wenn ich mich weder für die konservative Banklehre noch für das bodenständige BWL-Studium entschied – brach dann doch meine Erziehung durch. Jobaussichten für Sportwissenschaftler, Germanisten und Romanisten? Eher schlecht. Also wurde es der Kompromiss – Wissenschaft mit Wirtschaft. Ich habe das Studium genossen und ich habe im Anschluss, wenn auch zugegebenermaßen mit etwas Glück, den perfekten Job gefunden. Trotzdem: In manchen Momenten, in denen ich nachdenklich wurde und werde, in denen es mir vielleicht gerade nicht so gut geht, überfällt mich immer wieder der gleiche Gedanke:

Habe ich das Richtige getan?

Das, so denke ich heute, macht die Generation Y aus: Uns stehen alle Türen offen, aber damit liegt auch unser Lebensglück komplett in der eigenen Hand. Wir müssen – und wollen! – unsere Lebensentscheidungen selbst treffen. Und können dann aber in der Konsequenz niemanden außer uns selbst für Misserfolge verantwortlich machen. Keine Eltern. Keine Wirtschaftskrisen. Kaum noch gesellschaftliche Konventionen. Und schon gar keinen Krieg oder Diktaturen. Wir sind verantwortlich. Im Guten wie im Schlechten. Diese Last wiegt manchmal schwerer auf uns, als wir alle denken. Wir wollen alles optimieren, weil wir theoretisch die Möglichkeit dazu haben ein perfektes, glückliches Leben führen. Und vergessen dabei, dass wir auch nur Menschen sind. Wie unsere Eltern. Und Großeltern. Eben nicht perfekt. Sondern nur Menschen.