Verrückte Sache

Mittwoch. Mittwoch heißt Angsttherapie. Und Angsttherapie heißt meine Einzel-Therapeutin. Und meine Einzeltherapeutin bestand darauf, dass ich diesmal ein Thema hatte. Ich hatte da eine andere Meinung. Aber sie duldete keine Widerrede. Also hatte ich zum ersten Mal ein Thema.

Obwohl ich nun schon seit sage und schreibe acht Wochen in dieser Gruppe war, mich wohlfühlte, die Leute kannte, widerstrebte es mir eigentlich ziemlich, mein „Problem“ vor der Gruppe auszubreiten. Es hatte schließlich wenig mit Angst zu tun, fand ich. Die Therapeutin sah das offensichtlich anders. Also sollte ich nun mit der Gruppe gemeinsam eine Strategie für das Gespräch mit meinem Chef, das ich führen wollte, entwickeln. Also erzählte ich zuerst meine Geschichte. Und dann steuerten die anderen ihren Input bei. Der tatsächlich hilfreich war.

In der Gruppe waren mittlerweile ein etwa 45-jähriger Ingenieur, ebenfalls wegen Burnout in Behandlung, und eine Studentin, die wegen PTBS hier war. Völlig unterschiedlich, alle beide. Logisch. Und völlig unterschiedlich auch ihr Feedback. Aber beides megawichtig.

Die Studentin meinte, ganz ehrlich, wenn du in dem Gespräch zu weinen beginnst, dann ist das eigentlich kein Problem. Es wird nur zum Problem, wenn dein Gegenüber nicht weiß, wie er damit umgehen soll. Merk dir das: Nicht du bist das Problem – du bist ja auch nur ein Mensch –, sondern der, der mit dir als Mensch nicht umgehen kann oder will, hat das Problem.

Und der Ingenieur erklärte mir, dass mein Chef ja auch nur mein Chef sei. Nicht mehr. Nicht weniger. Der selber einen Chef hat. Mit dem er selbst vielleicht auch Probleme hat. Und eine Personalabteilung im Nacken. Und wenn es blöd läuft, sogar einen Betriebsrat.

Da habe ich monatelang, ja mittlerweile jahrelang das Problem hin und her gewälzt, fünftausendmal Gespräche ersonnen und es trotzdem nicht geschafft, eine andere Perspektive einzunehmen. Dazu mussten erst zwei wildfremde Menschen kommen. Und sie haben sogar Recht. Verrückte Sache.

 

 

Grenzen setzen

Die letzte Therapiestunde in der Burnoutgruppe hatte für Gesprächsstoff in unserem doch eher eintönigen Klinikleben gesorgt. Wir hatten außerdem eine neue Zimmernachbarin bekommen, nachdem die griesgrämige Dame Ende letzter Woche entlassen worden war (immer noch ähnlich griesgrämig, aber vielleicht -so genau wussten wir das nicht, frisch verliebt). Der Neuzugang am Donnerstag war  eine liebenswerte Spanierin mit Lockenkopf aus Niedersachsen und Jeanette war nach einer nervenaufreibenden Woche im Zimmer meiner Tischnachbarin wieder zurück in die Psychiatrie gewechselt. Es war wieder was los hier, die Ablenkung konnte ich gebrauchen.

Wassergymnastik war wie immer kalt, das Mittagessen wie immer gut (leider waren unsere Tischneuzugänge nicht halb so unterhaltsam wie ihre Vorgängerinnen), und dann traf sich die Burnout-Gruppe wieder. Wir waren gespannt, wie es weitergehen würde. Meine Nachbarin hatte sich den Ausraster des Hengstes ziemlich zu Herzen genommen. Diese Totschlagargumente von Männern habe sie so satt, sagte sie. Sie hatte sich vorgenommen, genau das heute anzusprechen.

Wir waren alle wieder im Raum versammelt. Das heißt: fast alle. Der Beamte war nicht da. Wir eröffneten, wie immer in einem Blitzlicht, taten uns alle etwas Gutes. Und Sophie, meine Nachbarin, fügte hinzu, dass sie gerne die Stunde von letzter Woche noch einmal rekapitulieren würde. Die Therapeutin nahm den Vorschlag an, sie hatte selbst vorgehabt, mit uns noch einmal darüber zu sprechen – die Wogen schienen geglättet. Sie fügte an, dass der Beamte auf eigenen Wunsch die Klinik verlassen hatte, denn der Aufenthalt würde ihm nichts bringen und niemand verstünde ihn und sein Problem hier. Dann ergriff der Hengst das Wort. Er entschuldigte sich bei uns, und auch direkt bei Sophie. Er hätte lange mit seiner Therapeutin über seinen Ausraster gesprochen, es war zwar bedauerlich, aber doch auch gleichzeitig sehr hilfreich für seine Therapie gewesen. Und er versuchte zu erklären, warum er so ausgerastet war. Dafür hatte ja nach wie vor niemand von uns eine schlüssige Erklärung gehabt, so schnell war er auf und davon gewesen. Und, siehe da – es handelte sich um ein wirklich minimales Missverständnis, das mit zwei Sätzen aus der Welt gewesen wäre. Wie doch so oft: Kommunikation ist alles. Da wir schon alle so offen sprachen, erbaten wir uns auch gleich weniger aggressive Wortmeldungen, so dass wir auch wieder zu Wort kommen würden. Und siehe da – in dieser Stunde funktionierte es tatsächlich.

Nach der Pause – es war meine letzte Stunde – blieb vor meiner Verabschiedung noch Zeit für eine letzte Übung zum Thema „Grenzen setzen“ (ganz passend zu Sophies‘ erster Wortmeldung). Wir sollten uns einen Partner suchen und uns im Raum, einige Meter gegenüber voneinander aufstellen. Daraufhin sollte ein Partner auf den anderen zu gehen, bis dieser ihm wortlos „Stopp“ signalisierte.

In den letzten Wochen hatte sich mein „Raumbedarf“ wieder in annähernd normal verringert. Man konnte mir wieder etwas näher kommen, ich hielt es wieder aus. Trotzdem war die Übung für mich enorm schwierig. Ich war die, die als erste auf meine Partnerin zugehen sollte. Es war meine Zimmernachbarin, die ich ja gut kannte und mochte. Dennoch spürte ich deutlich, als ich meine eigene Grenze überschritt. Aber sie hatte noch nicht „Stopp“ signalisiert, ich musste weiter auf sie zu gehen. Ich fühlte mich unwohl und wich, sobald ich das Gefühl hatte, ich durfte, nun wieder einen großen Schritt zurück in Richtung Raummitte. Schließlich kehrten wir das Experiment um. Ich war erleichtert, nun durfte ich die Grenze setzen. Es war verdammt schwierig. War es okay, die Grenze so weit vorn zu setzen? Oder würde ich Sophie mit dieser Entscheidung verletzen? Schließlich ließ ich sie einige Zentimeter weiter gehen als mir lieb war.

Es war verdammt schwierig, meine eigene Grenze zu setzen.  Deutlich einfacher war es für mich gewesen, Sophies Grenze anzunehmen – auch wenn ich mich damit unwohl fühlte.

 

Dem Hengst seine Weide

Dienstag, 20. Oktober. Verabschiedung der Tanzlehrerin (die alte Oma war schon lange weg), ich hatte meinen Tisch mittlerweile, bis auf Tina, komplett überlebt. Letzte Woche in der Burnout-Gruppe. Mit dem Skript war ich wirklich so gut wie durch und ich war froh, dass ich bald raus war.

Heute waren der Hengst und der Beamte da. Es war also wieder eine Monologstunde. Die uns allen ziemlich auf die Nerven fiel. Von uns anderen kam kaum jemand zu Wort. Die dürre Frau mit der Hakennase versucht es ab und an, versucht den jeweils Monologisierenden zu beschwichtigen und eigenen Ideen anzubringen, aber meistens wurde auch sie abgewürgt. Beim Beamten, weil er einfach in seinem Gedankenkonzept dermaßen unflexibel war, dass er es nicht schaffte, eine Idee, die einem anderen als dem seinen Gehirn entsprungen war, auch nur zu betrachten, und beim Hengst, weil er einfach alles besser wusste.

Kurz vor der Pause arbeiteten wir in einer Gruppenarbeit an unseren „Zielen und Werten“. Ich hatte eine gute Gruppe erwischt, mit meiner Zimmernachbarin und einer älteren Frau, die zehn Jahre vor dem Ruhestand nun vor der Aufgabe stand, ihr Leben umzukrempeln. Neben uns hatte die Apothekerin ein schweres Los. Sie war in einer Gruppe mit dem Hengst und dem Beamten. Sie war ein herzensguter Mensch, eher ruhig und zurückhaltend veranlagt und kam in dieser Runde natürlich überhaupt nicht zu Wort. Die Diskussion – oder vielmehr das abwechselnde Anbringen gegenteiliger Meinung – zwischen Hengst und Beamten konnten wir alle verfolgen. Die beiden waren so laut, dass ich es kaum noch aushielt. Ich war immer noch sehr lautstärkenempfindlich, aber auch die anderen waren sichtlich genervt, so dass irgendwann die resolute ältere Dame in meiner Gruppe unvermittelt eine Ansage machte. Dann war Ruhe. Schließlich forderte uns die Therapeutin auf, unsere Ergebnisse auf die Fragen vorzustellen. Es ging um den „roten Faden“ in unserem bisherigen Leben und wie der Burn-out unser Lebenskonzept verändert hat. Wie immer beherrschte der Hengst die Diskussion. Und in diesem Fall war es nicht einfach nur nervig, weil es um seine eigene Geschichte ging, die wir nun alle schon zur Genüge kannten, sondern schlichtweg, wie ich zumindest fand, falsch. Außerdem war ich mittlerweile ein wenig streitlustig. Es ging nun darum, was uns das Gefühl gab, wertvoll zu sein. Denkt doch mal einen kurzen Moment darüber nach – was gibt euch eigentlich das Gefühl, wertvoll zu sein?

In unserer Gruppe waren wir uns recht einig gewesen. Liebe, Familie, Freundschaft und, für mich zumindest, Glaube. Natürlich gab es da den einen oder anderen kleinen Unterschied. Wir waren aber jedoch alle der Meinung, dass wir uns gerade dann am wertvollsten fühlten, wenn wir so akzeptiert wurden, wie wir waren, ohne dafür eine Leistung bringen zu müssen.

Der Hengst, mit schwieriger Kindheit – wir kannten mittlerweile auch seine ganze Lebensgeschichte – hat da natürlich eine etwas andere Ansicht. Das war ja auch gar nicht das Problem. Er definierte sich eben einzig und allein über seinen Verstand, seine Fähigkeiten. Das Problem war viel mehr, dass er uns unsere andere Ansicht nicht zugestehen wollte. Mittlerweile war ich tierisch genervt und sah es nicht mehr ein, einen auf lieb Kind zu machen und dem Hengst seine Weide so kampflos zu überlassen – auch wenn mir die Weide genaugenommen völlig egal war. Mit einer diebischen Freude hielt ich dagegen und ließ mich, nun erst recht nicht mehr, von Seneca und Platon, die er zu seiner Argumentation heranzog, beeindrucken. Da wir ungebildete Bande offensichtlich von diesen großen Gelehrten noch nie etwas gehört hatten oder, noch schlimmer, ihre Lehren ignorierten, schwang er sich zu einer regelrechten Lehrstunde über deren Philosophie auf. Keine Ahnung, wie intensiv sich die anderen in der Runde zuvor mit Platon und Seneca beschäftigt hatten, aber in der Runde saßen unter anderem: Eine Pharmazeutin, eine Lehrerin, ein Beamter, ein Arbeitgebervertreter, eine studierte Sozialpädagogin und, nicht zu vergessen, die Psychologin. Die ließ sich schließlich dazu hinreißen, ihn zu fragen, ob er denn Platon und Seneca auf Latein gelesen hatte? Ich konnte mir das Lachen kaum noch verbeißen. Er aber antwortete todernst, dass er es bis heute bereue, nicht besser Latein und Altgriechisch oder höhere Mathematik gelernt zu haben. Schließlich wäre er intelligent genug dazu. Gott. Es kostete mich alle Kraft, nicht in lautes Gelächter auszubrechen. Ich hatte Tränen in den Augen stehen. Die Therapeutin beendete die Diskussion – wir waren sowieso bei der letzten Frage gewesen – und schickte uns in die Pause.

Nach der Pause ging es dann schließlich fünf Minuten gut. Der Beamte monologisierte wieder – die Welt war schlecht und alle hier wollte ihm einreden, selbst so schlecht zu werden – so zumindest interpretierte er die Aussage der Therapeutin, sie könne nicht seine Kollegen therapieren, sie seien schließlich nicht hier und er müsse folglich an sich selbst arbeiten. Die dürre Dame wollte helfen, ihm erklären, wie die Therapeutin das wohl gemeint hatte, und berichtete aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz. Ich fand, es war ein hilfreicher Beitrag. Erzürnt griff der Hengst in das Geschehen ein, sagte, dass die Therapeutin dass ja sehr wohl genauso gesagt hatte, wie der Beamte uns das dann wiedergab. Daraufhin protestierten ich, meine Zimmerkollegin und die Dürre. Und der Hengst stieg auf seine Hinterbeine, wieherte, dass er sehr wohl wisse, was er gesagt habe, er lasse sich das hier nicht bieten, schließlich habe er einen IQ von 120 (oder auch 140, so genau weiß ich es nicht mehr) und verließ schnaubend den Therapieraum.

Stille. Wir waren perplex. Alle, samt der Therapeutin. Keiner konnte sich so recht erklären, was da gerade passiert war. Aber gut. Wir machten weiter. Keine zehn Minuten später, der Beamte lamentierte immer noch. Und machte den Fehler, in einem Raum mit 80% Frauenanteil, auf seine Kolleginnen zu schimpfen, die eine nach der anderen die Frechheit besaßen schwanger zu werden… wie der Satz weitergehen sollte, keine Ahnung. Nun war nicht nur mir der Kragen endgültig geplatzt. Zu fünft warfen wir ihm nun lautstark entgegen, dass es jetzt wirklich genug sei, er seinen Mund halten sollte und seine Kolleginnen verdammt noch mal das gute Recht hatten, schwanger zu werden, wann sie wollten – wo er denn seine Kinder sonst mal herbekommen wollen würde? Und zack, verließ der Nächste wutschnaubend den Raum.

Stille. Again. Nun waren wir nicht mehr perplex, sondern regelrecht schon fasziniert von der Wirkung, die unser Protest gehabt hatte. Dann kommt endlich mal wieder jemand anderes zu Wort, entfuhr es mir. Wir gingen zur Tagesordnung über. Der Rest der Stunde verlief in freundlicher Atmosphäre, ohne Zwischenfälle.

Der Wunschkuchen

Mittlerweile waren wir in der Burnoutgruppe wieder an die zehn Leute. Die Apothekerin war immer noch da, ich, meine neue Zimmernachbarin, die Magersüchtige, dann außerdem ein Beamter, der recht unflexibel war, und der Hengst. War der Beamte schon eine Bereicherung für die Gruppe gewesen – es ging beinahe nur noch um ihn und seine Probleme, er scheute keine Diskussion mit der Leiterin oder anderen Gruppenmitgliedern und zudem war er recht unflexibel, was seine Denkweise angeht. Zusätzlich war er wohl der erste Mensch, den ich kennenlernte, der partout nicht wusste – oder sich bewusst verweigerte, sein erklärtes Ziel des Klinikaufenthalts war schließlich die Erlangung einer Arbeitsunfähigskeitserklärung (mit Anfang 30!!) – womit er sich etwas Gutes tun konnte. Spazieren gehen? Es ist windig. Eine Tasse Kaffee? Trinke ich nicht. Tee? Trinke ich den ganzen Tag, das ist nichts Besonderes. Ein Stück Kuchen vielleicht? Sehen Sie mich an, damit tue ich mir nichts Gutes. Es muss doch irgendetwas geben, was sie gerne machen, womit sie sich etwas Gutes tun können? Zuhause bin ich gerne geschwommen, aber die Klinik ist ja zu geizig, um das Wasser zu heizen, so dass man schwimmen könnte. Ihr seht schon. Ein sehr anstrengender Patient.

Jedenfalls, war der Beamte schon eine Bereicherung für die Gruppe gewesen, schoss der Hengst den Vogel ab. Seine Vorstellung dauerte mehrere Minuten. Er war in der Gastronomie selbstständig gewesen, Konkurs gegangen und dadurch nun in den Burnout gerutscht. Wir erfuhren sehr detailliert über sämtlich Behörden und die Verbraucher, die ihn in den Ruin getrieben hatten. Zudem beschrieb er seinen Charakter sehr detailreich, indem er dessen einzelne Elemente mit verschiedenen Tieren verglich. Ein Adler war dabei, aber der stolze Araberhengst, der ist bei mir und meiner Zimmernachbarin, Sophie, am meisten hängen geblieben. Der Hengst. Ein Mann, der sich offensichtlich viele Gedanken über sich selbst macht.

Die Burnoutgruppe war zwar nach wie vor nicht meine Lieblingsgruppe, aber nun hatte ich erstens mit Sophie wieder eine Verbündete in der Runde, und zweitens war es, eine Zeit lang zumindest, amüsant zu beobachten, wie sich Hengst und Beamter um den höchsten Redeanteil duellierten. Sonst kam niemand mehr zu Wort. Selbst die leitende Psychologin hatte zu kämpfen. Ruhe herrschte nur bei Stillarbeit. In dieser Stunde: Der Wichtigkeitskuchen. Wir sollten in einem Kuchendiagramm eintragen, welche Lebensbereiche aktuell wieviel Zeit in unserem Leben einnehmen. Arbeit, Partnerschaft, Familie, Gesundheit, Freunde und Verwandte, Wohnen und Finanzen und Freizeit. Gar nicht so einfach, das auf’s Papier zu bringen. Und ehrlich zu sich selbst zu sein.

Dann im zweiten Schritt: Der Wunsch-Wichtigkeitskuchen: Wie hätte ich es denn gerne? Was ist halbwegs realistisch umzusetzen? Welche Bereiche kann oder muss ich kürzen, um meinem Wunschkuchen möglichst nahe zu kommen?

Macht das mal! Man hat es doch meistens im Kopf. Immer das Gefühl, dass man zu diesem und jenem nicht kommt. Nichts anderes mehr macht als Arbeiten. Stimmt das wirklich? Und wenn tatsächlich – was sind denn die Rädchen, an denen ich drehen kann, um den Ist-Zustand zu verbessern?

 

 

Elterngespräch

Gerade bei psychischen Krankheiten ist das persönliche Umfeld in der Regel stark mit betroffen. Umso sinnvoller sind daher Eltern- oder Paargespräche.

Zum einen haben die Angehörigen so die Möglichkeit, Genaueres über das Krankheitsbild zu erfahren und insbesondere auch, wie damit umzugehen ist. Zum anderen bietet sich in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit, Punkte anzusprechen, die die Beziehung zwischen den beiden Menschen betreffen, die Auswirkungen auf die Krankheit haben / hatten.

Ich nähere mich langsam der 30. Insbesondere in einer ländlichen Umgebung hält sich immer noch stark das Bild, das man mit 30 seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat, eine gute Zeit, um zu heiraten, Haus zu bauen und Kinder zu kriegen. Ganz unabhängig davon würde ich mir wünschen, endlich irgendwo anzukommen. An einem Ort, von dem ich weiß, dass dies keine Zwischenstation auf meinem Lebensweg ist, mit Menschen, die mich nicht nur in einem Lebensabschnitt begleiten werden. Aber leider ist dem nicht so. Und das zählt leider einfach auch zu den Dingen, die sich mit einem eisernen Willen nicht regeln lassen. Also treibe ich weiter so vor mich hin, ob mir das gefällt oder nicht. Ich kann es nicht ändern. Die meiste Zeit ist das auch völlig okay für mich.

Stressig wird es aber, wenn das ohnehin bereits fragile Bauwerk, das ich mir dazu aufgestellt habe, dann von außen belastet wird. Wenn etwa wiederholt erwähnt wird, Hm, mit 25 war ich schon vier Jahre mit meinem jetzigen Mann zusammen. Wenn der Chef erklärt, man käme ja jetzt in ein Alter, in dem man sich ja auch grundsätzliche Fragen stellen müsste.

Verdammt, Leute, ich wüsste doch auch gerne, wo es mich hin treibt! Und mit wem! Aber ich weiß es nicht! Also lasst mich damit in Ruhe. Löst euch endlich von euren fixen Plänen und Vorstellungen – meint ihr denn, mir geht es anders? Leben ist das, was passiert, während wir Pläne machen. Wie wahr dieser Spruch ist, habe ich in diesem Jahr oft genug erfahren müssen.

Jedenfalls hatte ich gestern auch noch das Elterngespräch. Ich war davor ziemlich aufgeregt gewesen. Aber es lief gut. Die Therapeutin war toll (ganz entgegen zu gestern) und ich war stolz auf mich und meine Eltern. Alleine, dass sie da waren, tat mir unglaublich gut.

Danach gingen wir in die Cafeteria, einen Kaffee trinken. Als wir durch die Glastüren traten, saßen am rechten Ende des Raumes eine Gruppe Jugendlicher, alle mit einem Zettel auf der Stirn. Als wir bestellten, blickte mein Vater unauffällig zu ihnen hinüber. Leise und etwas unsicher fragte er mich, ob das denn auch eine Therapie wäre? Ich musste schmunzeln. Vor zwei Sekunden hatte ich selber überlegt, was denn die U20er da treiben. Passte auch wunderbar in das verquere Bild, dass einem Hollywood von einer Gruppentherapie vermittelt. Aber nein, antwortete ich. Die spielen nur „Wer bin ich?“.

 

Schokolade ist aus!

Freitag. Angstgruppe. Meine Stimmung war wieder halbwegs in Ordnung. Bis zur Angstgruppe. Ich hatte eh schon nur noch ein Minimum an Energie und dann musste ich auch noch aktiv mitmachen, weil niemand ein Thema hatte. Auf dem Boden lag eine Schnur, unsere Zeitliste. Und ich musste angeben, wo ich mich bei meinem Klinik Aufenthalt gesehen hatte, dann weiter gehen, wo ich jetzt  stand. Das war schon ein bisschen weiter. Und dann dorthin gehen, wo ich wieder hin wollte. Was mein Ziel war. Von dem Punkt, an dem ich war, als ich in der Klinik ankam, zu jenem an dem ich mich aktuell sah, reichte ein kleiner Hüpfer. Zu dem Punkt, an den ich gelangen wollte, musste ich die restliche Zeitleiste entlang gehen. Die war lang. Verdammt lang.

Was war mein Ziel? Ich wollte wieder Ich sein. „Wie bist du denn?“, fragten sie mich. Ich versuchte es mit ein paar Adjektiven. „Naja, eben. Fröhlich, voller Energie. Immer gut gelaunt.“ Die Therapeutin machte mir unmissverständlich klar, dass mein Ziel offensichtlich noch nicht definiert war. Dass ich offensichtlich gar nicht wirklich wusste, wo ich hin wollte. Das alte Ich hatte mich ja schließlich hierher gebracht. Ich musste etwas ändern in meinem Leben. Wollte ich wirklich wieder genauso werden, wie ich war?

Ich kämpfte mit den Tränen. Das war genau das, wovor ich am meisten Angst hatte. Ich hatte mein Leben geliebt. Ich wollte es nicht hergeben. Oder hatte ich das schon? Ich war ja oft gar nicht mehr selbst da. Zumindest fühlte ich mich so. „Aber du strahlst doch auch jetzt noch so viel Energie und Fröhlichkeit aus“, meinte jemand aus der Runde. „So, wie du da eben gehüpft bist. Da ist schon noch was da, Sophie. Das ist nicht alles weg.“

Eigentlich war das ja beruhigend. Aber die Aussage machte es nur noch schlimmer. Ich hüpfte ja nicht, weil ich fröhlich war. Sondern weil ich gar nicht anders konnte. Ich konnte das doch nicht anders. Ich habe es nie anders gemacht. Ich weinte. Schon wieder.

Und wie so oft begann ich zu frieren. Meine Hände waren warm, meine Haut, die Sonne schien ja auch draußen. Aber ich fror von innen heraus. Die Stunde war vorbei. Ich musste einen lieben Menschen hören. Johanna hatte Therapie. Ich holte mein Handy und etwas Geld und ging in die Cafeteria. Ich brauchte Schokolade. Am besten eine ganze Tafel. Die würde mich etwas aufwärmen.

Ich hatte Glück. Ich bekam die allerletzte Tafel. Nicht unbedingt meine Lieblingssorte, „Ganze Nuss“, aber immerhin Schokolade. Schokolade war jetzt ausverkauft in der Psycho-Klinik, die neue Lieferung würde erst in drei Tagen kommen. Ich setzte mich auf der Terrasse in die Sonne und rief bei Helene an. Das Telefonieren tat gut, sie heiterte mich auf und lenkte mich ab. Nebenbei aß ich die ganze Tafel. Mir wurde langsam wieder wärmer.

Samstag fuhr ich wie immer nach Hause. Und machte das ganze Wochenende original gar nichts. Lag im Haus herum und beobachtete die Katze. Ging spazieren und Sonntag in die Kirche. Das war alles. Sonntagabend kam ich wieder in die Klinik.

For a reason

Umso wohler ich mich in der Kunsttherapie fühlte, umso mehr fehl am Platz fühlte ich mich in der Burnout-Gruppe. Die Besetzung hatte mittlerweile komplett gewechselt. Wir waren seit heute nur noch vier Leute und es war nur noch einer von der sympathischen Gruppe am Anfang dabei. Ein älterer Herr, um die fünfzig, ein Krankenpfleger. Er war sehr nett, aber was die Symptome und den Krankheitsverlauf betraf, hatten wir beinahe nichts gemeinsam. Neu dabei waren zwei Frauen, auch beide circa fünfzig Jahre alt. Eine herzensgute, total liebe Apothekerin und eine völlig abgemagerte, mit beinahe greifvogelartigem Gesicht ausgestattete Sozialdienstleisterin. Sie hatte eine Kurzhaarfrisur, die ihre markanten Gesichtszüge noch mehr betonte, lange, knochige Finger, trug eine unförmige, unmodische Hose und ein ebenso unförmiges Shirt, die knochigen Füße in Trekkingsandalen. Die Augen: wie ein Greifvogel. Immer auf der Suche nach dem nächsten Opfer, auf das sie picken konnte. Dabei war sie nicht einmal unleidig. Mit uns anderen meinte sie es meistens gut und wollte helfen; am meisten hackte sie auf sich selbst ein. Ein hoch perfektionistischer Greifvogel. Die Gruppenstunden, die in der ersten Woche noch recht lebhaft gewesen waren, waren mittlerweile ziemlich zäh. Es kam kein Gespräch, keine Diskussion zu stande, weil die anderen beiden Teilnehmer sich sehr zurücknahmen und Frau Greifvogel das Wort oft an sich riss. Ich fand es anstrengend, weil sie dabei ständig in eine Lehrerrolle rutschte und uns versuchte, die Welt, und in dem Fall Burnout, zu erklären – wobei, Burnout gibt es ja eigentlich gar nicht, das ist ja nur ein Modewort, wie sie gleich zu Beginn feststellte. Insbesondere, da sie selbst offensichtlich noch viel schwerwiegendere psychische Probleme hatte als wir. Zum Beispiel eine Essstörung. Oder die Tatsache, dass sie bislang keine einzige der Anfangsmeditationen mitmachen konnte, weil sie das einfach nicht konnte. Ich konnte schon verstehen, dass das tatsächlich „einfach nicht ging“. Aber ich wusste eben mittlerweile auch, wie schwerwiegend ihre Erkrankung dann war. Jedenfalls fühlte ich mich alles andere als wohl. Ich konnte mich mit keinem der anderen identifizieren und hatte absolut keine Lust, irgendwelche Details mit ihnen zu teilen.

Wie auch immer, ich konnte nicht einfach nicht in die Gruppe gehen. Also war ich nach Wassergymnastik und Mittagessen wieder pünktlich um eins im Stationsgruppenraum der Station V. Thema des Tages war laut Skript „Burn-Out und Persönlichkeit“. Wunderbar. Ich hatte schon recht früh für mich beschlossen gehabt, noch bevor ich überhaupt in der Psychiatrie war, dass in meinem Fall die Diagnose ganz sicher nicht auf übertriebenen Perfektionismus, der oft als einer der Hauptgründe für Burnout genannt wird, zurückzuführen ist. Wenn es bei mir an Eigenschaften lag, dann eher am Idealismus oder am Gerechtigkeitssinn. Aber bestimmt kein Perfektionismus. Also zusätzlich zu der unangenehmen Runde durfte ich mich nun in den nächsten anderthalb Stunden auch noch mit einem Thema befassen, das für mich nicht sonderlich relevant war. Immerhin war danach wieder Pilates.

Einmal mehr also durften wir einen Fragebogen zu unseren „Inneren Antreibern“ ausfüllen. Aussagen wie „Am liebsten mache ich alles selbst“, „Ich darf nicht versagen“, „Auf mich muss 100% Verlass sein“ oder „Wenn man Schwäche zeigt, wird man nicht respektiert“, insgesamt waren es 25, sollten wir zuordnen, ob wir häufig, manchmal oder nicht so dachten. Die Auswertung resultierte dann in einer Grafik, die anzeigte, wie stark ausgeprägt auf einer Skala von eins bis zehn die Antreiber „Sei perfekt!“, „Sei beliebt!“, „Sei stark!“, „Hab alles unter Kontrolle!“ und „Streng Dich an!“ bei jedem waren. Diesmal hatte ich, wie erwartet, das Ranking nicht gewonnen, sondern war die einzige, die bei keinem dieser Antreiber die Zehn-Punkte-Marke riss. Die anderen drei hatten teilweise bei mehr als der Hälfte der Antreiber die Zehn stehen. Ich hatte immerhin eine Acht und eine Sechs.

Ähnlich wie schon beim Schema mit dem wütenden Kind und wie bei eigentlich fast allem, worauf ich in der Therapie hier stieß, liegen die Ursachen für diese Antreiber in unserer Vergangenheit. Irgendwann waren diese Mechanismen hilfreich für uns und wir speicherten sie ab. Bis sie so verinnerlicht waren, dass sie zu Automatismen wurden. Wir also gar nicht mehr mitbekommen, dass sie überhaupt wirken. Für uns ist es also „ganz normal“ und wir meinen, gar nicht anders handeln zu können. Im ersten Schritt also müssen wir überhaupt erst einmal feststellen, welchen inneren Antreibern wir unterbewusst gehorchen. Dann erst können wir überhaupt versuchen, sie zu hinterfragen: Früher war das sinnvoll, aber was bringt mir das im Moment eigentlich?

Es wurde anschließend noch eine Zeit lang über die jeweiligen Antreiber der anderen diskutiert. Ich schaffte es, mich vornehm zurückzuhalten, bis die Stunde endlich aus war. Wir würden nächste Woche am gleichen Thema weiterarbeiten. Daher die Hausaufgabe: Was kannst du deinen stärksten Antreibern entgegensetzen?

Vor einigen Wochen hatte mich auf XING eine alte Mitschülerin hinzugefügt. Seit dem Abi hatte ich nichts mehr von ihr gehört. Wir hatten uns gut verstanden, waren aber nicht wirklich befreundet gewesen. Und doch habe ich heute noch eine Szene aus der 13., es war schon recht nah am Abi, im Kopf, als wäre es gestern gewesen. Wir hatten ein Freistunde, saßen an einem der viereckigen, orangenen Tische, die am Ende der großen Schulaula direkt vor einer verfensterten Wand standen. Wir machten beide irgendwelche Aufgaben und unterhielten uns nebenbei. Ich weiß nicht einmal mehr, über was. Aber ich kann mich noch sehr deutlich an den einen Satz erinnern: „Und wie ist das bei euch? Ihr seid seit der Kollegstufe zusammen und nach dem Abi war’s das dann? Jeder geht seinen Weg?“. Bam. Seit Wochen rumorte es in mir. Mein Freund würde nach dem Abi nach Südamerika gehen, ich würde gleich mit dem Studium beginnen. Und zack, da hatte sie mir nur, wenig schonend, eine Tatsache an den Kopf geknallt, die ich bisher nicht zu denken gewagt hatte. Eine Tatsache, die zu denken ich Angst hatte. Aber ja. De facto war es so. Keiner von uns beiden war bereit, sein eigenes Leben unterzuordnen. Wir nahmen uns das auch nicht übel, es war eben so. Aber so deutlich wie sie es in dem Moment ausgedrückt hatte, hatten mein Freund und ich es wohl nicht einmal gedacht.

Knappe zehn Jahre später, zwischendrin kein Wort, nicht über den Weg gelaufen, nicht einmal auf Facebook sind wir befreundet. Sie addet mich auf XING, ich bin neugierig, was sie so macht und schreibe ihr eine Nachricht. Sie fragt, was ich so mache, und ich sage ihr die Wahrheit, dass ich gerade in einer Klinik bin, krankgeschrieben wegen Burnout. Ihre Antwort: Du hast doch schon immer überall 130 Prozent gegeben.

Ich bin ja immer noch nicht der Meinung, dass ich immer 130 Prozent gegeben hatte. Ich hatte eben immer alles so gemacht, wie ich dachte, dass es gemacht werden sollte. Aber offensichtlich waren meine 100 Prozent eben 130 Prozent bei den meisten anderen. Ergo: Meistens reichen meine 70 Prozent. Das war bereits Wochen vor der Antreiber-Stunde. Meine Antwort auf mein inneres „Streng Dich an!“ ist ab sofort: Meistens reichen 70 Prozent.

 

People come into your life for a reason, a season or a lifetime.

 

 

 

Gut ist kein Gefühl!

Heute war Wiesn-Tag! Aber davor war noch Laufen und die Angstgruppe.

Freitags hatten wir immer eine kurze Angstgruppe, nur eine gute Stunde. Heute war auch nur eine Therapeutin da, die andere war krank. (Jaja, die Wiesn!) Für große Themen oder Aufstellungen war die Stunde meistens zu kurz, insbesondere, wenn wir, wie heute, jemand Neues dazubekamen und deshalb eine lange Vorstellungsrunde hatten und die Gruppenregeln erklärt wurden, oder jemand aus der Gruppe verabschiedet wurde.

Pünktlich zum Schulanfang stieß eine Lehrerin zu uns. Wir stellten uns also ausführlich vor. Niemand hatte ein Thema vorzubringen, den meisten ging es „gut“ – was die Therapeutin zu einem Thema veranlassteDenn: gut und schlecht sind keine Gefühle! Also durften wir alle nochmal ran. Puh, gar nicht so einfach! Wie spezifiziert man „gut“ denn? Aus einem grauen Leitz-Ordner fischte sie Arbeitsblätter heraus, die sie an uns verteilte. Darauf war ein großer Kreisel zu sehen, auf den von Freude über Trauer, Angst und Wut das komplette Spektrum der Gefühle aufgelistet war. Wir sollten uns den Kreisel ein wenig ansehen, dann durften wir nochmal. Jeder sollte also nun genau in sich hineinhorchen. Welche Gefühle trafen gerade auf uns zu?

Ich war definitiv gerade im Bereich Freude angesiedelt. Also erstmal Freude. Aber dazu eher Heiterkeit? Oder Übermut? Oder Glück, Begeisterung, Zufriedenheit, Stolz, Lust, Selbstvertrauen, Freundlichkeit, Engagiertheit, Verliebtheit, Leidenschaft, Gelassenheit, Dankbarkeit, Vertrauen, Zuneigung, Rührung, Erleichterung, Zärtlichkeit, Nähe oder doch Vertrautheit?

„Mir es geht gut“ war doch viel zu einfach für diese Gruppe, gut und schlecht wurden mit diesem Vortrag in diesem Gruppenraum zu verbotenen Worten. Wir sollten schließlich auch lernen, unsere Gefühle genauer auszudifferenzieren.

Das wütende Kind

Same procedure wie üblich: Nach einem kurzen Frühstück trabten Johanna und ich los. Abwechselnd walkend und joggend setzten wir uns an die Spitze der langen Schlange Morgensportler, die sich aus der Klinik über die umliegende Feldwege ergoss. In gleichmäßigem Tempo brachten wir uns auf den aktuellen Stand, wie wir die Nacht so verbracht hatten – das konnte in der Tat ein langes Thema werden, dank Zimmernachbarn, Albträumen oder nicht wirkenden Tabletten – , teilten unsere Sorgen und Freude und besprachen den anstehenden Tag. Tina würde heute gehen, und Johanna damit zwei neue Zimmernachbarinnen erhalten. Zu spät waren wir auf den Gedanken kommen, dass eine von uns zur anderen ins Zimmer ziehen könnte. Die Verwaltung hatte gestern Vormittag dem Bestreben dann entsprechend ein Ende gesetzt. In meinem Zimmer war nach wie vor ein Bett frei. Mit meiner Zimmergenossin hatte ich zwar Kontakt, aber immerhin kamen wir uns weder tagsüber noch nachts gegenseitig in die Quere. Johannas Freund würde nun definitiv mit auf die Wiesn kommen. Das war seit der vergangenen Woche unser Topthema, natürlich auf meinem Mist gewachsen. Ich konnte nicht ohne Wiesn. Schweren Herzens hatte ich, Ende August erst, alles abgesagt. Noch in der Psychiatrie hatte ich eine Zeitlang gehofft, zumindest an einer Sonntag-Mittags-Wiesn dabei sein zu können. Irgendwann hatte ich mich schließlich geschlagen gegeben. Ein Wiesnzelt würde heuer (=in diesem Jahr) eine Tortur für mich sein. Und wenn ich das sonst noch so liebte. Aber ein Wiesnspaziergang bei schönem Wetter, einer Fahrt auf der alten Münchner Rutsche, der Toboggan, und ein Früchtespieß mussten, mussten, mussten einfach drin sein! Ich plante den Ausflug mit meiner Schwester nun schon seit drei Wochen, und auch Johanna und ihr Freund würden nun mitkommen. Am Freitag nach dem Mittagessen wollten wir los. Vorsichtshalber verschwieg ich diesen Ausflug vor meiner Therapeutin. Was sie nicht wusste, konnte sie nicht absagen. Dass das ein bisschen wahnsinnig war, wusste ich selbst genau genug. Aber ich musste einfach auf die Wiesn. Und wenn es nur eine halbe Stunde war.

Nach dem Joggen – Johanna und ich wurden immer fitter und liefen mittlerweile beinahe die ganze Strecke durch – saß ich um 9.20 Uhr wieder in der Angstgruppe. Tina hatte heute ein Thema, an ihrem letzten Tag, in ihrer letzten Therapiestunde. Nach der Begrüßungsrunde, ich war heute ruhig und entspannt, Tina ganz im Gegensatz zu ihrer sonst sehr coolen Art sehr aufgeregt und nervös, verteilte meine Therapeutin vier Stühle, offensichtlich nach einem System, im Raum. Da ich, mal wieder als Einzige, keinen blassen Schimmer hatte, was vor sich ging, erklärte sie, dass Tina nun eine bestimmte, in diesem Fall ihre aktuelle, Lebenssituation anhand einem Schematherapeutischen Modell (wir waren hier ja in der Schematherapie Angst) selbst analysieren solle. Sie stellte insgesamt fünf Stühle auf. Einer war der „Gesunde Erwachsene“, einer der „Kritiker“, einer die „Schutzmauer“, einer das „wütende Kind“ und der letzte schließlich das „verletzte Kind“. Die beiden letzteren Stühle standen nebeneinander hinter der Schutzmauer, der Kritiker seitlich neben der Schutzmauer und der gesunde Erwachsene über bzw. vor allem. Jeder dieser Stühle sollte also einen der Verhaltensmodi darstellen, in die man, wie dieses Schema eben besagte, je nach Situation, meistens unbewusst, rutschte. Der gesunde Erwachsene ist die Instanz, in der man im besten Fall immer sein sollte, der Idealzustand. Auf dessen Stärkung zielen die meisten Therapien ab. Er ist die Instanz, in der wir bewusst und vernunftgesteuert handeln, unsere Emotionen auf Angemessenheit oder auch Verhältnismäßigkeit prüfen und überlegt reagieren. Ich bin wahrlich keine Psychologie-Koryphäe, aber ich würde sagen, dass dieser gesunde Erwachsene dem Freudschen „Ich“ sehr nahe kommt. Die Schutzmauer war eben eine emotionale Schutzmauer, der Kritiker eben der Kritiker – das „Über-Ich“ oder die ganze Ansammlung an Glaubenssätzen und Grundsätzen, die wir im Laufe der Zeit angesammelt haben und die nun die Anforderungen darstellen, an denen wir uns automatisch und unterbewusst selbst messen. Die beiden Kinder sind im wahrsten Sinne des Wortes Kinder: Das wütende Kind reagiert wütend. Wie ein kleines Kind. Oder eben verletzt, wie ein kleines Kind. Mit Vernunft kommt man ihnen beiden nur schwer bei, wenn sie einmal losgelassen sind. Unserer individuellen Biografie und aktuellen Lebenssituation entsprechend sind die Modi, die ich eben aufgezählt habe, sehr unterschiedlich ausgeprägt. Tina stand nun also vor diesen Stühlen und sollte selbst entscheiden, welcher Modus in ihr gerade am stärksten ausgeprägt war. Es ging um eine unschöne Trennungssituation. Ich kannte die Geschichte, ich fand ganz eindeutig, dass er der Arsch war. Tina wählte – nicht eines der Kinder. Auch nicht die Schutzmauer, wie wir es wohl alle erwartet hatten. Sondern den Kritiker. Auf diesem Stuhl fühlte sie sich am sichersten, am wohlsten. Sie erklärte uns warum. Die Therapeutin forderte sie nun auf, sich auf den nächsten Stuhl zu setzten und damit in den nächsten Modus zu wechseln. Sie sollte den auswählen, der bei ihr am nächststärksten ausgeprägt war.  Sie erklärte uns wieder warum. Und wie sich das anfühlte. Wie bereits meine allererste Stunde in der Angstgruppe war auch diese sehr intensiv. In erster Linie natürlich für Tina, aber auch für uns andere. Wir alle kannte ihre Situation, sie hatte uns die Geschichte vorher erzählt, so dass wir ihr entsprechend Feedback geben konnten. Und es war teils schmerzhaft zu erkennen, wie weit weg die sonst so taffe und sicher wirkende Tina sich vom gesunden Erwachsenen bewegte. Wie weit weg sie sich auch vom naheliegendsten aller Modi, dem wütenden Kind bewegte. Und zu sehen, wie extrem Tinas heutige Reaktion von Erfahrungen ihrer Grundschulzeit abhing. Die Muster, nach denen wir reagieren, nach denen wir automatisch bei bestimmten Situationen in bestimmte Modi rutschen, bilden sich in der Kindheit. Dort in der Regel als Schutzmechanismen, als Überlebensautomatismus. Diese Schutzmechanismen können aber über die Jahre hinweg eine geradezu gegenteilige Wirkung einnehmen. Sie hemmen uns oder bringen uns sogar schwerwiegende Probleme. Meistens erkennen wir sie nicht einmal, denn wir reagieren automatisch und unterbewusst, daher ist das für uns ganz einfach „normal“ und „richtig“. Diese Automatismen zu erkennen und einzuordnen ist einer der Hauptbestandteile der Therapie. Sehr anstrengend. Und oft sehr schmerzhaft. Die Schachtel Taschentücher war nach der Stunde leer. Tina hatte beinahe alle gebraucht.

Wie kann an einem einzigen Tag so viel passieren?

Der Mittwoch würde mein erster „voller“ Tag sein: Walken bzw. Laufen, Angstgruppe, Kunsttherapie.

Die Frühstückszeiten kollidierten leider ungünstig mit der Walkingzeit: Frühstück gab es nur bis viertel vor neun, das hieß also, man sollte vorher frühstücken, wenn man nicht riskieren wollte, nichts mehr zu erwischen.

Um acht sammelten sich dann alle Patienten, die am Walking teilnehmen mussten/wollten in dem Nebenraum des Foyers, wo sich die schwarzen Bretter und der Wasserspender befanden. Es waren um die zwanzig. Eine Physiotherapeutin hakte unsere Namen auf einer Liste ab, ich folgte Johanna nach draußen und sie lief direkt los. Müssen wir denn nicht auf die Therapeutin warten?, fragte ich einigermaßen verwirrt. In der Psychiatrie war sehr stark darauf geachtet worden, dass kein Patient außer Sichtweite war. Nein, antwortete mir Johanna. Manche würden uns auf der Runde entgegen gehen, andere hakten sogar einfach nur ab.

Es war schön, wieder mit Johanna zu laufen, ich hatte das wirklich vermisst. Danach dehnten wir uns noch ein wenig, wie wir das in der Psychiatrie unter Anleitung der Therapeutin immer gemacht hatten und trennten uns. Ich holte meine Morgenration Tabletten an der MZ und ging in mein Zimmer, um mich fertig zu machen. Um 9.20 Uhr begann die Angstgruppe. Ich wollte nicht gleich bei der ersten Stunde zu spät kommen.

Die Runde war etwas kleiner als tags zuvor die der Burnout-Gruppe, die Atmosphäre war nicht nur angenehm, sondern richtig herzlich. Auch hier stellten sich wieder alle vor und sagten, wie es ihnen jeweils ging. Anstatt zu sagen, was sie sich heute Gutes tun würden, fügten sie an, ob sie ein Thema für die Gruppe hätten. Da waren Gabi, eine rundliche Fünfzigerin, mit einem unglaublich herzigen Lachen. Chris, 27, Typ Gangsta, wegen Agoraphobie hier. Tabea, eine sehr taff wirkende 23-Jährige, die definitiv nicht auf den Mund gefallen war. Ebenso Agoraphobie. Martín, Burnout und Angststörungen. Ich. Tina, die Zimmernachbarin von Johanna, Agoraphobie und Julia, eine junge Frau Anfang dreißig, hier wegen posttraumatischer Belastungsstörungen. Sie hatte für heute ein Thema. Geleitet wurde die Gruppe von meiner Therapeutin und einer zweiten Therapeutin der Station II. Wie meine Therapeutin war sie Anfang 30, hübsch und hatte eine sehr angenehme, lebenslustige, manchmal auch selbstironische Art, auch sie stellte sich vor. Anschließend wurden die Gruppenregeln erläutert. Die Wichtigste: Alles bleibt in diesem Raum. What happens in Angstgruppe, stays in Angstgruppe.

Ich stellte sehr schnell fest, dass diese Gruppe sehr viel anders als die Burnoutgruppe war. Es fehlte der Beamer, der Stuhlkreis war geschlossen. Es ging nicht um irgendein Skript, sondern um uns. Jeder konnte jedes Thema einbringen, erfuhr ich. Ich habe kein Thema, sagte ich, und erntete dafür einen leicht kritischen Blick meiner Therapeutin. Ich habe so etwas noch nie gemacht, ich würde es mir gerne erst einmal ansehen, verteidigte ich mich. Außerdem hatte schließlich Julia ein Thema. Es war eine Familienskulptur. Die Therapeutin erklärte Martín und mir kurz, dass Julia uns nun entsprechend einer Schlüsselsituation in ihrer Kindheit „aufstellen“ würde: Jeder von uns würde eine Rolle übernehmen, wie Vater, Mutter oder Geschwister. Dann würde uns Julia entsprechend dem damaligen Beziehungsverhältnis im Raum aufstellen – zum Beispiel einen übermächtigen Vater auf den Stuhl, oder eine Person, die Desinteresse zeigte, mit dem Rücken zur anderen gewandt. Dann würde zusätzlich jeder einen Satz zugeteilt bekommen, der spezifisch für diesen Menschen und diesen Zeitpunkt in Julias Leben war. Wir würden diesen Satz dann, in der Skulptur stehend, laut in einer bestimmten Reihenfolge sagen und dies dreimal wiederholen. Danach würde Julia selbst Teil der Skulptur werden, um tief in die ausgewählte Szene einzutauchen. Dann hatte sie die Möglichkeit, sich selbst, also ihre Figur innerhalb der Skulptur neu auszurichten und sich einen neuen Satz für sich selbst zu suchen, so dass sie in der Situation gestärkt wurde. Dann würden wir wieder alle unsere Sätze aufsagen, und Julia könnte so erfahren, dass sie diese Situation selbst verändern und für sich leichter machen konnte. Und ihr damit das Schlimmste nehmen.

Aja. Ich konnte mir nicht so wirklich vorstellen, was nun passieren würde und wie denn bitte schön durch das Aufstellen von anderen Leuten sich eine Situation verändern sollte, die Jahre her war. Aber gut. Ich musste mich darauf einlassen, deshalb war ich hier.

Julia war sichtlich nervös und hatte Angst, es schien sie arge Überwindung zu kosten. Nach und nach stellte sie uns auf. Es war eine Trennungsszene. Ich war die kleine Schwester, stand neben der großen Schwester und blickte auf den abweisenden Rücken der Mutter. Nur Julia und die Therapeutin sprachen, wir anderen standen still und stumm auf unseren Positionen. Schließlich hatte jeder einen Satz zugewiesen bekommen. Wir würden nun, jeder nacheinander, dreimal diesen Satz sagen, genau so betont wie von Julia vorgegeben. Ich kann mich nicht einmal mehr erinnern, was mein Satz war, ich weiß aber noch sehr genau, dass ich mich dabei auf einmal sehr verloren fühlte. Die Emotionen, die sich durch das laute Aufsagen der Sätze, durch die Wiederholungen und ganz einfach auch durch die Positionen, die wir im Raum einnahmen entwickelten, waren enorm. Das Ganze hatte überhaupt nichts mit mir und meinem Leben zu tun, ich bin noch nicht einmal ein Trennungskind. Trotzdem fühlte ich plötzlich wirklich wie die kleine Schwester in dieser Skulptur. Julia stand mittlerweile selbst in der Skulptur, war völlig aufgelöst und weinte. Sie konnte kaum noch ihren Satz sagen.

Sie tat mir so unendlich leid, es war so schwer, sie so zu sehen; dabei kannte ich sie erst seit einer halben Stunde. Ich war auch eine große Schwester. Ich konnte ihr so gut nachfühlen. Aber ich durfte mich aber nicht aus meiner Position herausbewegen. Die Therapeutin reichte ihr schließlich die Box mit den Taschentüchern und ich bemerkte, dass auch die anderen zu kämpfen begannen. Alle aber bemühten sich sehr, ihre Rolle beizubehalten. Es war wirklich unwahrscheinlich, welch intensive Emotionen plötzlich in dem kleinen Konferenzraum herrschten, in dem vor nur zwanzig Minuten noch fast jeder gesagt hatte, dass es ihm gut ging und dass er ruhig war.

Dann aber durfte Julia ihre eigene Position verändern und sich einen neuen Satz geben. Und plötzlich veränderte sich das ganze Gefüge. Julias Stimme wurde mit dem neuen Satz kräftiger, sie fing sich und hörte auf zu schluchzen. Noch dreimal wiederholten wir alle unseren Satz und mit jedem Mal schien Julia zu wachsen. Schließlich lösten wir uns aus der Skulptur und gaben Julia unmittelbar  Feedback: Wie es für uns auf unseren Positionen gewesen war und wie wir sie wahrgenommen hatten.

Am Ende der Stunde war ich komplett verwirrt. Auch die anderen hatten berichtet, dass es schwer für sie gewesen war. Aber keinen hatte diese Skulptur anscheinend so sehr mitgenommen wie mich. Ich hatte Julia so sehr nachfühlen können. Gut,  es war mein erstes Mal gewesen. Und gut, ich hatte in den letzten Monaten schon öfter die Erfahrung gemacht, dass ich mich kaum noch von den Emotionen anderer abgrenzen konnte. Aber schließlich fiel mir ein weiterer, möglicher Zusammenhang auf, über den ich bisher keine Sekunde nachgedacht hatte. Nach der plötzlichen Erkrankung meines Vaters hatte ich mich ähnlich gefühlt wie Julia in der Skulptur, die sie eben aufgestellt hatte. In einem völlig anderen Ausmaß und in einer völlig anderen Situation. Aber im Grund genommen ganz genauso wie Julia damals.

Diese erste Angstgruppenstunde war extrem anstrengend für mich gewesen, ich hatte einen verdammt vollen Kopf mit vielen neuen Gedanken. Ich verzog mich auf mein Zimmer, setzte mich in einen der Liegestühle auf dem Balkon in die Sonne und hing meinen Gedanken nach, versuchte, sie zu sortieren, schrieb einiges auf. Nach dem Mittagessen, um 13 Uhr, war meine erste Kunsttherapie.

Auch hier stellten sich wieder alle vor, auch hier sagte jeder, wie es ihm gerade ging. Auf dem Tisch vor uns hatte die Kunsttherapeutin, die genauso war, wie man sich eine Kunsttherapeutin so vorstellt, zahlreiche Papierschnipsel ausgebreitet; es waren Zeitungsauschnitte mit Sprüchen drauf. Wir sollten uns einen aussuchen, der uns ansprach. Ich war wie immer fasziniert davon, wie jeder innerhalb von wenigen Augenblicken einen Spruch für sich fand, ohne groß Nachdenken zu müssen und ohne, dass es Streitigkeiten gab. Ich entschied mich für „Everyday Amazing“. Jeden Tag wunderbar. Heute aus Protest. Ich wollte wieder zurück zu meinem alten „Everyday Amazing“.

Die Therapeutin hievte mehrere Stapel Zeitschriften auf den Tisch. Wir sollten eine Collage anfertigen, die zu unserem Schnipsel passte. Ich blätterte in den Zeitschriften, fand einige gute Headlines, die ich ausschnitt. Fand einige Gesichter in Illustrierten, mit denen ich in der Vergangenheit zusammen gearbeitet hatte. Und spürte, wie mir immer, je länger ich herumblättert, mir mehr und mehr die Luft wegblieb, ich schließlich Herzstechen bekam, mein Kreislauf beinahe wegsackte. Verdammt. Ich war mittlerweile vor allen Dingen genervt von diesen Anfällen, wusste ich ja, dass mir keinerlei Gefahr drohte, lediglich meine Psyche wieder Spielchen spielte. Natürlich hätte ich einfach die Therapeutin informieren und die Therapie verlassen n. Aber der Gedanke kam mir gar nicht erst, das fiel mir tatsächlich erst jetzt ein, als ich nun diesen Text schreibe. Ich atmete stattdessen tief ein und aus, beendete, was ich gerade getan hatte – nämlich die Zeitungen durchzublättern – legte sie alle beiseite, so dass ich sie nicht mehr sah und stand auf, versuchte, etwas Abstand zum Auslöser zu gewinnen. Langsam und bedacht holte ich mir Papier und Kleber, setzte mich wieder und begann, meine Ausschnitte aufzukleben, die Collage zu erstellen. Es legte sich wieder. Als ich weitere Ausschnitte suchte, nahm ich bewusst nur Zeitschriften in die Hand, die mir in der Arbeit nie untergekommen waren. Die NEON zum Beispiel und das sz-magazin. Das ging viel besser. Und ich fand meine Collage am Ende richtig gut! Mit einem Elefanten in der Mitte. Hinterher mussten wir der Therapeutin noch unsere Bilder erklären, obschon sie sowieso alle ziemlich selbsterklärend waren. Damit war die Therapie nach zwei Stunden, um drei, endlich vorbei.

What a day. Ich war froh, endlich Zeit für mich zu haben. Mein Kopf war voll von neuen Gedanken und alten Überlegungen. Für den Abend hatte ich mich mit Johanna für die Infrarot-Kabine eingetragen. Das würde, abgesehen vom Essen, der einzige weitere Programmpunkt heute sein. Ich brauchte die Zeit und die Ruhe, um meinen Kopf wieder zu sortieren. Wie kann an einem einzigen Tag so viel passieren?

Elefant im Wald
Das ist nur Kunstfell!