Aufklärung in den Lehrplan!

Aktuell läuft eine Petition, die fordert, dass ab sofort auch Aufklärung über psychische Krankheiten in den Schule stattfinden soll.

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Einige Abiturienten aus dem Süden Münchens haben nicht nur einen vielbeachteten Film über Depression gedreht („Grau ist keine Farbe“), sondern auch eine Petition gestartet: Die Aufklärung über psychische Krankheiten wie eben die Depression soll fester Bestandteil des Lehrplans werden! Diese Woche sprachen sie deshalb vor einem Ausschuss des Bayerischen Landtags. Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich das mehr als gut finde.

Wer die Petition unterstützen will klickt, einmal bitte hier:

Link zur Petition

Und wer mehr darüber lesen will, klickt bitte hier:

Link zur Website des Filmprojekts „Grau ist keine Farbe“

Link zum Artikel des Bayrischen Rundfunks zur Ausschusssitzung des Landtags

#goodpeoplearound

Samstagvormittag, ich habe gerade am V-Markt (sowas wie Kaufland) getankt und tippe jetzt die Adresse einer Freundin, die ich besuchen will, in Googlemaps ein. Plötzlich klopft es an mein Autofenster, ein älterer Herr mit Fahrrad steht davor. Was will der denn, denke ich. Motzen, weil ich die Zapfsäule nicht sofort freigemacht habe?

„Entschuldigung, haben Sie gerade getankt?“

„Ja, warum?“

„Sie haben Ihren Voucher nicht mitgenommen. Für jedes Tanken hier bekommt man eine Gutschrift für den nächsten Einkauf bei einem V-Markt. Wollen Sie den nicht mitnehmen?“

#goodpeoplearound #nichtgleichimmerschlechtesbefürchten

#goodpeoplearound

Wieder die gleiche Treppe, hundert Stufen vom Parkplatz bis zur Wohnungstür. Vor der Haustür war, dank der Baustelle im Turm nebenan, nicht einmal mehr Platz, um kurz zu halten. Ich: Verdacht auf Kreuzband- und Meniskusriss, Krücken.

Bepackt mit einem schweren Rucksack und einer leichten, aber nervigen Tasche mache ich mich also auf den langen Weg nach oben. Ohne die Tasche, die dauernd gegen meine rechte Krücke deppert, dauert es gute fünf Minuten, ich bin recht schnell unterwegs. Mit Tasche? Ich will es eigentlich gar nicht wissen.

Da steht auf einmal meine Nachbarin vor mir. Sie hatte eben ihre Balkonblumen gegossen und gesehen, wie ich voll bepackt, mit Krücken, die Treppe in Angriff genommen hatte. Das kann ja nicht sein, also kam sie mir die komplette Treppe entgegen, nimmt mir Tasche UND Rucksack ab und begleitet mich nach oben.

#somanygoodpeoplearound!

#goodpeoplearound

Auslandsaufenthalt während der Promotion, zwei Wochen in Kanada, der Prof bekannt, sonst aber niemand. Das könnten zwei einsame Wochen werden, da zudem dort gerade Semesterferien sind.

Und dann meldet sich auf die Rundmail des Profs an seine kanadischen Studenten innerhalb von zwei Stunden ein deutsches Mädel, die an einem benachbarten Lehrstuhl promoviert. Mit einer zweiseitigen E-Mail – inklusive Wohnungsangeboten, Tipps zur Uni und zum Studentenleben dort, den besten Stränden und Ausflügen dort. Obwohl sie noch gar nicht weiß, ob sie im Sommer überhaupt noch selbst in Vancouver ist. #goodpeoplearound

 

#goodpeoplearound

Ich wohne in einer wunderbaren WG in einem wunderbaren Häuschen, in der Stadtmauer eines kleinen Städtchens. In den kleinen Gässchen gibt es jedoch kaum Stellplätze, so dass wir in der Regel auf einen städtischen Parkplatz ausweichen. Er liegt beinahe direkt unterhalb unserer Wohnung, direkt neben der Donau, die Luftlinie zwischen Haustür und Auto beträgt kaum 20 Meter; es liegen jedoch 96 Treppenstufen dazwischen.

Es hört sich schlimmer an, als es ist, man gewöhnt sich schnell daran. Die Treppen sind höchstens noch willkommenes Po-Training, außer man hat gerade den wöchentlichen Lebensmitteleinkauf erledigt und, warum auch immer, vergessen, zuerst oben an der Haustür in der Altstadt den Einkauf auszuladen. Da stand meine Mitbewohnerin also mit einem halben Kofferraum voller Bananen, Kopierpapier, Klopapier, Lachs, Nudeln, … und türmte alles vor sich auf – gerade so, dass sie noch darüber sah. Warum auch zweimal gehen, wenn man schon irgendwie alles auf einmal tragen kann? Hochkonzentriert balancierte sie die Stufen hinauf, bis ihr auf halber Strecke eine unbekannte Frau entgegenkam. Mit einem „noi, des kann i net mit anschauen. Geben’s her, bevor’s noch was verlieren!“ nahm sie einfach die obersten Packungen Toilettenpapier von Lisas Stapel und ging hinter meiner völlig perplexen Mitbewohnerin die Treppen wieder hoch. Oben angekommen wünschte sie Lisa noch einen schönen Tag, mehr als ein Dankeschön wollte sie nicht akzeptieren, drehte um und ging die Treppe wieder hinunter zum Parkplatz.

Danke! Einfach so. #goodpeoplaround

#goodpeoplearound

Und ich scheitere in der ersten Wochen beinahe schon an meinem Vorsatz… Aber ich finde, der hier hat es definitiv auf die Liste der #goodpeoplearound geschafft. Tirol, sibirischer Wintereinbruch, vier Mädels und ein Diesel… der über Nacht sulzig wurde und sämtlich Alarm-Kontroll-Lämpchen anwarf.

Die Versicherung mit dem Auslandsservice gab unseren Auftrag an einen Kfz-Mechaniker in Innsbruck weiter. Wir waren definitiv kein Härtefall, wir saßen in der warmen Wohnung, ein zweites Auto (Benziner…) stand fahrbereit draußen – aber für die Heimfahrt am nächsten Tag war der Diesel eben doch zwingend nötig. Wir vereinbarten am Samstagmorgen – es standen noch etliche andere Aufträge und echte Notfälle auf der To-Do-Liste des Mechanikers – dass wir uns nach unserem Skitag um fünf wieder melden wollten. Dann würde er vorbeikommen. Um fünf hatte er schließlich noch neun Aufträge offen. Um halb neun meldete er sich – er war schon auf dem Weg zu uns gewesen, aber ein Unfall am Zirler Berg hatte ihn wieder weggerufen. Er käme danach sofort. Um Mitternacht erreichten wir ihn endlich. Der arme Mann hatte von morgens um acht bis Mitternacht durchgearbeitet, war bei -12°C den ganzen Tag draußen gewesen, am Wochenende – und war immer noch unglaublich freundlich und hilfsbereit!

Am nächsten Tag um zwölf war er dann bei uns. Rechtzeitig für die Rückfahrt, perfektes Timing – und immer noch gut gelaunt, freundlich und fröhlich. Hut ab. Unseren Tag hat er gerettet, das Auto lief wieder wie eine Eins und trotz der kurzen Nacht und der vielen Arbeit war er immer noch gut gelaunt. Sehr beeindruckend. Mein persönlicher Held der letzten Woche. There are a lot of #goodpeoplearound.

 

Wir sind auf der guten Seite!

Immer wieder hat 2016 Anlass gegeben, an der Menschheit zu verzweifeln. Dafür muss ich keine Schlagworte nennen, denke ich. Und immer wieder gab es auch in den letzten Monaten noch Tage, da war ich einfach depressiv. Das ist dann halt so. Und wenn meine ganz private Verzweiflung an der Menschheit mit einer universellen, politisch-historischen Verzweiflung einhergeht – nicht gut. Dann bleibt einfach nur noch: die Welt ist schlecht. Aber sowas von. Was will ich hier eigentlich noch?

Aber, als es mal wieder soweit war, fiel mein Blick zufällig auf das kleine Holz-Herz auf meinem Schreibtisch. Vor Jahren hat es mir ein alter Mann in einem Bus geschenkt, einfach so. Er hatte es selbst geschnitzt, ein alter Chilene. Und dann fällt mir ein, dass mein Schicki-Handgepäckskoffer vor ein paar Monaten eineinhalb Stunden mutterseelenallein unbeschadet am Harburger S-Bahnhof überlebt hat. Mit meinem Laptop drin. Und meiner Kamera. Und nur zwei Stunden später, ich war ziemlich neben der Spur und fertig mit der Welt, rette ein Hamburger Falafelladenbesitzer erneut meinen Tag. Zehn Minuten, nachdem ich ihn gefragt hatte, ob ich bei ihm auch mit Karte zahlen konnte, stellte ich mich, nachdem ich in seinem Kiosk gegessen und getrunken hatte, an seine Kasse und wollte mit Karte zahlen. Dass er mir vorhin erklärt hatte, dass das nicht ginge – habe ich nicht registriert. Und er? Er schaute mich kurz ungläubig an. Statt in die Luft zu gehen und zu toben nahm er mich einfach an der Hand, ging mit mir in den Kiosk nebenan, rief seinem Kiosk-Nachbarn irgendetwas zu – und als wäre es das normalste der Welt zahlte ich meinen Falafel in der Postfiliale. Er nahm nicht mal ein Trinkgeld an. Passiert eben mal.

Mein Vorsatz für 2017: Diese kleinen Geschichten aufschreiben und sammeln. Falls 2017 wieder so zum verzweifeln wird. Macht ihr mit? #goodpeoplearound

Du und ich, und sonst noch ein paar Leute – wir sind auf der guten Seite!

Sportfreunde Stiller