Wieder zurück

Heute würde ich zum allerletzten Mal über das Wochenende nach Hause fahren. In weniger als zwei Wochen, genauer in 12 Tagen, würde ich entlassen werden. Nach einer gefühlten Unendlichkeit in Kliniken durfte ich wieder heim. Ich war noch nicht komplett fit, aber es war an der Zeit, wieder in mein Leben zurückzukehren. Ich fühlte mich gut.

Ich genoss die Autofahrt, über die Landstraße quer durch Oberbayern, an einem sonnigen Morgen. Und beinahe schon daheim beschloss ich: Es war Samstagvormittag! Ich weiß schon gar nicht mehr, wie die Turnhalle riecht. Meine Mädels, also die Mädels, die ich zehn Jahre lang trainiert hatte, würden da sein. Ich bog nach links ab statt nach rechts. Ich musste in die Turnhalle.

Ich war aufgeregt, parkte ein, drehte hektisch den Schlüssel, zog ihn aus der Zündung und rannte fast den Fußweg entlang zum Halleneingang. Wie hatte ich diesen Geruch vermisst! Wie hatte ich mein zweites zuhause vermisst! Und die Mädels! Es war ein bisschen ungewohnt, einfach so, grundlos, plötzlich mitten in eine laufende Trainingsstunde zu platzen. Die Mädels waren auch einigermaßen überrascht, mich zu sehen. Aber sie freuten sich. Und ich freute mich. Wieder zurück zu sein. Willkommen zu sein, mit offenen Armen empfangen zu werden. Einfach wieder in der Halle zu sein. Wie früher. Ich war, wie immer in der letzten Zeit, ziemlich emotional und konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Aber endlich – es waren Glückstränen.