Das Wichtigste? Dein Team.

Und wenn ich im neuen Job dumme Kollegen habe? So oder so ähnlich höre ich es oft im Freundeskreis. Eigentlich taugt die Arbeit schon lange nicht mehr, aber die Kollegen sind super. Dass das Arbeitsteam einer der wichtigsten Faktoren ist, die den Arbeitsalltag beeinflussen, ist nichts Neues. Wie aber funktioniert ein Team eigentlich gut?  Weiterlesen „Das Wichtigste? Dein Team.“

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Warum der Burnout nicht vom Job kommt.

 

 

Ein Buch mit diesem Titel stand im Regal in dem Raum des BOZM, in dem ich immer mit meiner Psychologin sprach. Was. Für. Ein. Schwachsinn.

Dachte ich. Knapp zwei Monate später denke ich: Vielleicht hat der oder die Autorin doch gar nicht so unrecht?

In den letzten Wochen habe ich sehr viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Die Frustration war im Juli dem Zorn gewichen, der Zorn Mitte August langsam einer Art Akzeptanz und schließlich hatte ich mittlerweile die Kraft und auch die Zeit, mich auf die Suche nach den einzelnen Puzzle-Teilen zu machen. Nach wie vor ist mir immer noch schleierhaft, was genau dazu geführt hatte, dass ich nun eben hier saß. In einer Psychiatrie.

Ich habe den Job ja auch zuvor bereits drei Jahre lang gemacht, mit den exakt gleichen Kollegen und Chefs. Es war auch in diesen drei ersten Jahren stressig und viel gewesen. Und trotzdem hat es mir in diesen drei Jahren so gut wie immer Spaß gemacht, ich hatte sogar oft den Eindruck, dass ich diesen Stress regelrecht brauchte. Was war also passiert?

Es war beruflich in den letzten eineinhalb Jahren nicht optimal gelaufen. Das war nicht immer unbedingt wenig gewesen. Summa summarum hatte mich das auch einige Kraft und vor allem Nerven kostet. Aber das gehörte in gewissem Maße ja auch dazu. Aber doch nicht ausreichend um mich dermaßen umzuhauen?

Was also dann?

Langsam wird mir klar. Die allerersten Anzeichen – meine Hüftschmerzen – fallen mit einer plötzlichen Erkrankung meines Vaters zusammen. Einer vollkommen Unerwarteten. Die dann zwar viel unerheblicher war als im ersten Moment befürchtet, zwei Stents und sechs Wochen Reha später war beinahe alles wieder so wie vorher. Dennoch hatte sie mich aus dem Nichts heraus überrumpelt. Meine kleine Schwester steckte noch mitten im Studium. Ich war die Große, ich war verantwortlich. Wenn meinem Vater etwas zustoßen sollte: Ich hatte mich um alles zu kümmern.

Ich kippte von einem „ich will“ – damals unbemerkt – in ein „ich muss“. Ich musste Geld verdienen; am besten mehr; ich wollte gleichzeitig mehr Zeit für meine Familie haben; ich musste ab sofort auf einen Ernstfall vorbereitet sein; ich musste. Ich musste. Ich musste! Dazu kamen die unerklärlichen Hüftschmerzen, die mich beinahe ein Jahr lang teilweise beinahe vollständig am Gehen und damit auch am Sporttreiben hinderten, kam Stress in der WG, anschließend vier Umzüge in einem halben Jahr, eine Fernbeziehung. Und gleichzeitig ständig: Ich muss mich um alles kümmern. Ich muss das alles hinkriegen. Es hängt alles an mir – in meinem Kopf zumindest. Sonst hatte das niemand von mir erwartet. Nur ich.

Jetzt, noch einmal einige Monate später, stelle ich fest: Ich bin innerhalb weniger Monate in allen Lebensbereichen unmerklich von einem „Ich-will-und-ich-kann“ in ein „Ich-muss“ gekippt. Ich hatte Krieg an allen Fronten. Nicht die Arbeit allein hatte sich verändert. Meine Denkweise hatte sich verändert.

 

Ich kann, weil ich will, was ich muss.

Kant