Die große Pause

Auch wenn wir aus der großen Pause herausgewachsen sind – für kleine reicht es allemal!

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Was war das Beste an der großen Schule? Die große Pause natürlich!

Früher oder später sind wir alle aus der Schulzeit rausgewachsen – und irgendwie haben wir damit auch die große Pause verloren. Wir sind zu erwachsen, um herumzutollen, und überhaupt – für solchen Unsinn haben wir doch gar keine Zeit mehr. Dabei sind Pausen wichtig: Wir brauchen sie dringend, sie geben frische Energie und erlauben unseren Gedanken, neue Ideen zu spinnen.

Es muss ja nicht immer die große Pause sein. Zwischen meiner Ausbildung, der Vorbereitung auf das Staatsexamen und den vielen anderen kleinen Dingen, die sonst noch so zu erledigen sind, finde ich oft auch keine zwanzig Minuten. Aber fünf Minuten – die gehen immer! Die fallen meistens nicht einmal auf.

Ihr wisst aber nicht, was ihr in den fünf Minuten Pause dann überhaupt tun könntet? Weil sie zu kurz zum Joggen oder Kaffeetrinken sind? Ich habe da ein paar Ideen für euch. Zum Auspowern während eines langen Schreibtischtages, zum Runterkommen nach einem anstrengenden Meeting oder einfach, um dem Kopf eine kurze Pause zu gönnen.

Meine zehn Lieblingspausen:

  1. Fünf Minuten lang einfach den Himmel bewundern, die Wolkenformationen und das Farbenspiel genießen
  2. Schaukeln
  3. Wenn die Sonne scheint: die Sonnenstrahlen auf der Haut genießen
  4. Trampolin springen
  5. Lieblingsmusik laut aufdrehen und mitsingen!
  6. Lieblingsmusik laut aufdrehen und abspacken!
  7. Jonglieren
  8. Fünf Minuten lang einfach meinen Atem beobachten
  9. Kickern
  10. Vom nächsten Ausflug oder Urlaub träumen

Viel Spaß bei eurer nächsten kleinen Pause! 🙂

Zum ersten Mal

Am Heiligen Abend war in diesem Jahr meine Oma zu Besuch. Meine Oma ist mittlerweile stolze 93 Jahre alt. Wie jedes Jahr stellten wir uns vor der Bescherung zum klassischen Familienfoto auf. Erst mit Oma, dann mit Tante, dann nur wir Schwestern – schließlich drückte ich meiner Oma die Kamera in die Hand. „Oma, kannst du bitte noch ein Foto von uns machen?“ „Ich?! Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein Foto gemacht!“

Wir anderen waren alle ziemlich erstaunt. Auf die Idee, dass unsere Oma noch nie selbst ein Foto gemacht haben könnte, wären wir nie gekommen. Ich erklärte ihr, auf was sie achten muss und welcher Knopf der Auslöser war – und dann schoss meine Oma mit 93 Jahren ihr allererstes Foto. Sie war riesig stolz drauf.

Es ist nie zu spät, irgendwas zum ersten Mal zu machen. Und es ist auch nie zu spät damit anzufangen, etwas anders zu machen als die 93 Jahre zuvor.

Wir alle waren ziemlich gerührt. Und ich begann, darüber nachzudenken, welche Dinge ich in diesem Jahr zum ersten Mal gemacht habe. Die Liste ist – wenn man so darüber nachdenkt – tatsächlich ziemlich lang.

Ich habe mich zum ersten Mal getraut einen Doppelsalto zu springen.

Ich war zum ersten Mal Pilgern.

Ich habe zum ersten Mal mit psychiatrischen Patienten gearbeitet.

Zum ersten Mal erschienen meine Texte auf der Stern-Startseite. 

Ich habe zum ersten Mal Fußball gespielt.

Ich habe zum ersten Mal Schupfnudeln selbst gemacht. 

Den Rest behalte ich für mich und ich glaube, ich muss auch noch ein paar Nächte über diese Liste schlafen  – mir fällt bestimmt nicht alles auf Anhieb ein. Mein Vorsatz für’s nächste Jahr: Dabei zu bleiben, Dinge zum ersten Mal zu machen.

 

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.

Henry Ford

 

Caminando.

Caminando, gehend. Ein schönes Wort, das im Klang schon genau das ausdrückt, was es meint: rundes, gemächliches, ankommendes Gehen.

Gehen. Allein vor mich hin. Die Gedanken fliegen. Weit, viel weiter als meine Beine mich tragen. In die Vergangenheit, bis in die Zukunft sogar.

300 Kilometer bin ich gelaufen, immer in Richtung Santiago. Meistens ruhig, immer Schritt für Schritt. Das Gehen weiter Strecken zwingt einem eine ungewohnte Langsamkeit auf. Wie lange würde man mit dem Auto für 300 Kilometer benötigen? Gehend, caminando, habe ich dreizehn Tage eingeplant.

Und mittendrin erstaunt es mich trotzdem, wie schnell ich vorankomme. Wie weit ich gehend komme. Wie weit ich alles, was ich benötige, tragen kann. Das ist ein schönes, erhebendes Gefühl. Ich bin frei und unabhängig, alles was ich brauche, habe ich bei mir, alles, was ich benötige, kann ich tragen. Der anfangs so schwere Rucksack trägt sich irgendwann leicht – wie ein großer bear hug, eine große, innige Umarmung.

Auch wenn ich ruhig ging und gerne lange Teile der Strecke allein zurücklegte, sogar den ein oder anderen Rosenkranz betete – meditativ war mein Weg nicht. Nie versetzte mich das rhythmische Gehen in einen Zustand, den ich so bezeichnet hätte. Der Weg war dafür vermutlich nicht gleichförmig genug. Und ich war viel zu sehr damit beschäftigt, meine Umgebung wahrzunehmen, kleine, fremdartige, wunderbare Dinge zu entdecken, als dass ich in irgendeinen meditativen Zustand versunken wäre. Und wenn der Weg tatsächlich mal gerade war und im Nebel lag, so dass es weder auf dem Weg noch drumherum etwas anzusehen gab, jonglierte ich mit Pinienzapfen. Oder besser, ich versuchte es.

Der Jakobsweg, das Gehen, war eine besondere Erfahrung, voll von besonderen Momenten und besonderen Menschen. Und wenn ich tatsächlich mal mit mir allein war und es nichts zu entdecken gab, genoss ich es, meine Gedanken fliegen zu lassen. Ich malte mir aus, wie ich mein Fotobuch gestalten konnte. Ich stelle mir vor, wie mein Vater dies alles wohl finden würde. Ich träumte von der Zukunft und erlebte Altes neu.

Aber das verändernde, das viele Bücher, von Paulo Coelho bis Hape Kerkeling, beschreiben, erlebte ich nicht. Der Jakobsweg war eine einzigartige Erfahrung. Das lange Gehen hat unglaublich gut getan. Dessen Langsamkeit hat mir ganz neue Perspektiven ermöglicht, eine ganze andere Art des Eintauchens in ein fremdes Land. Aber verändert hat er mich nicht.

Vielleicht, weil ich gar keine Veränderung gesucht habe, sondern etwas zu Ende bringen und ein Versprechen einlösen wollte.

El camino te da vida, der Weg gibt dir Leben, predigte der Pfarrer nach den vollbrachten 300 Kilometern schließlich in der vollen Kathedrale von Santiago im Pilgergottesdienst. Mein Versprechen, mein Vollenden, bedeutet für mich nichts anderes als Leben. Drei Jahre zuvor hätten innehalten oder Veränderung für mich Leben bedeutet.

Der Weg gibt dir Leben, ganz bestimmt. Aber der Weg, denke ich, gibt dir vor allen Dingen, was du suchst.

Das Wichtigste? Dein Team.

Und wenn ich im neuen Job dumme Kollegen habe? So oder so ähnlich höre ich es oft im Freundeskreis. Eigentlich taugt die Arbeit schon lange nicht mehr, aber die Kollegen sind super. Dass das Arbeitsteam einer der wichtigsten Faktoren ist, die den Arbeitsalltag beeinflussen, ist nichts Neues. Wie aber funktioniert ein Team eigentlich gut?  Weiterlesen „Das Wichtigste? Dein Team.“

Ich wär‘ grad so gern im Pauschalurlaub…

Eine Woche im Vier-Sterne-Hotel mit eigenem Pool und Strand in Fußnähe – wie verlockend sich das gerade anhört! Einfach am Strand liegen, lesen, schwimmen, sich den Bauch vollschlagen, und unproduktiv sein. Wie schön wäre das gerade?

Weiterlesen „Ich wär‘ grad so gern im Pauschalurlaub…“

Ent-Stigmatisierung psychischer Krankheiten via Strafvollzug?!

Ich weiß, es war hier sehr lange recht ruhig – die Ausbildung, der Versuch, aus meinen vielen kurzen Blogtexten einen langen (Buch-)Text werden zu lassen und der viele Schnee haben mich ganz schön auf Trab gehalten in den letzten Monaten. Aber das, was ich am Montagnachmittag zufällig gelesen habe, beschäftigt mich zu sehr, um darüber zu schweigen. Um es schlicht zu formulieren: Ich bin entgeistert!

Stigmatisierung (Nomen): Ächtung, Diskriminierung 

Ent- (Präfix): drückt in Bildungen mit Substantiven aus, dass etwas entfernt wird

(Duden)

Entstigmatisierung bedeutet also, dass das Stigma, das etwas anhaftet, entfernt werden soll. Im Eingangstext des neuen Gesetzesentwurfs „Bayerisches Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz“, erklärt die Bayerische Staatsregierung, dass mit Hilfe dieser neuen Regelungen psychische Krankheiten und damit psychisch Kranke entstigmatisieren will.

Entsprechend liest sich auch der erste Teil des Gesetzes ganz gut: Die Staatsregierung will den Ausbau des psychiatrischen Auffangnetzes in Bayern vorantreiben, unter anderem plant sie auch den Aufbau eines jederzeit erreichbaren Notdienstes. Soweit so gut. Soweit vielleicht sogar sehr gut.

Weiterlesen „Ent-Stigmatisierung psychischer Krankheiten via Strafvollzug?!“