Spür‘ dich!

Viel zu leicht verlieren wir im Alltag den Kontakt zu unserem Körper – dabei wäre es so einfach und unkompliziert, ihn zu spüren!

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Der Wecker klingelt, Snooze-Taste, Snooze-Taste, ein letztes Mal Snooze-Taste, während der letzten abgetrotzten fünf Minuten läuft im Kopf schon die To-Do-Liste des kommenden Tages. Was mache ich zuerst? Was kann ich schieben? Brauche ich wirklich 15 Minuten für das Frühstück?  Der Wecker klingelt zum vierten Mal. Diesmal wird er seufzend ausgeschalten, hopp, raus aus dem Bett, anziehen, Toilette, Zähne putzen, Frisieren und Schminken, noch schnell den Arzttermin ausgemacht und die – oh verdammt – zehn Mails, die über Nacht ankamen, beanworten und raus aus der Tür – ich bin eh schon wieder fünf Minuten zu spät.

Bevor mein Körper überhaupt im neuen Tag angekommen ist, ist der Kopf schon beim Termin im Anschluss an die Mittagspause. Und so jagt der Kopf dem Körper schon morgens meilenweit voraus. Im Extremfall, wenn alle Rebellion – Schmerzen, Krankheiten, Blockaden,… – vom Kopf ignoriert wurden, gibt der Körper schließlich auf, die Verbindung ist verloren. Die zwei Elemente, die uns gemeinsam ausmachen, Kopf und Körper, schweben dann in verschiedenen Sphären, die Kommunikation ist gekappt. All die Automatismen, die uns unser Leben lang so selbstverständlich erscheinen: gekappt. Sie wieder aufzubauen ist unglaublich mühsam, kostet Zeit, Kraft und viel Geduld. Ich habe mehrere Monate dafür gebraucht. Yoga, Pilates, Laufen, Krafttraining – der Wiederaufbau meiner Körper-Geist-Verbindung war mindestens genauso intensiv und wichtig wie die Psychotherapie.

Deshalb achte ich mittlerweile sehr darauf, mir ganz bewusst Zeit zu nehmen, um meinen Körper zu spüren. Ganz besonders morgens will nicht nur der Kopf langsam wach werden, sondern auch der Körper. Manchmal ist das bei mir einfach ein ausgiebiges Räkeln und Strecken. Manchmal hampele ich beim Zähneputzen herum. Hauptsache, ich achte auf die Bewegung und spüre, was sich dabei in meinem Körper gerade tut – die Dehnung und Anspannung der Muskeln oder die Mobilisation der Gelenke.

Wenn es etwas mehr braucht, um meinen Körper aufzuwecken, mache ich die ein oder andere – sanfte! – Yogaübung. Es geht morgens nicht darum, besonders anstrengende oder schwierige Übungen zu machen, sondern intensiv zu spüren: Das geht mit Katze – Kuh (Vierfüßlerstand – mit der Ausatmung einen Katzenbuckel machen und mit der Einatmung den Rücken durchhängen lassen, ein paar Mal im Wechsel) besser als mit den schwierigeren und anstrengenderen Hunden.

Gut eignen sich dafür auch die „Fünf Tibeter“: Fünf sanfte und ganzheitliche Übungen, vor Jahrhunderten von tibetischen Mönchen entwickelt, die beinahe jeder selbstständig und einfach üben kann. Genauere Infos gibt es zum Beispiel hier: http://5-tibeter.net/ oder in dem (zugegeben nicht besonders großartigen) Video:

 

Dann sind hoffentlich Kopf und Körper beide wach und Gleichgewicht – und ich kann entspannt den Flugmodus des Handys ausschalten und in den neuen Tag starten.

 

 

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