Vom Suchen und Finden eines Therapeuten

Am besten sucht man sich einen Therapeuten schon bevor man auch nur krank ist…

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Nur noch eine Woche und zwei Tage in der Klinik. Johanna wurde morgen entlassen.

Heute Morgen waren wir also das letzte Mal gemeinsam beim Laufen gewesen. Mittlerweile liefen wir die kleine Strecke easy-cheesy durch. Richtige Läuferinnen waren wir geworden. In meinem Aktivitätsplan für zu Hause stand jeden zweiten Tag Frühsport: Laufen auf dem Programm. Jetzt, nachdem ich nicht mehr vor irgendwem oder irgendwas davonlief, tat es mir richtig gut. Der schwarze Hund lief neben uns her.

Johanna war sehr aufgeregt, es ging ihr nach wie vor schlecht. Sie war sehr nervös. Immerhin hatte sie zu Hause bereits eine gute ärztliche Versorgung: einen Hausarzt, einen Neurologen, eine Psychologin, die sie alle bereits kannten. Im Gegensatz zu mir. Ich hatte meine Hausärztin, die ich sehr schätzte, aber keinen Psychiater bzw. Neurologen und vor allen Dingen keine Therapeutin. Vor Wochen hatte die gute Freundin, die bereits den Termin beim Psychiater für mich vereinbart hatte, mir nahegelegt, mich um einen Therapeuten zu kümmern. Sonst würde ich keinen guten mehr finden.

Angeblich hatten die Wartezeiten von mehreren Monaten und man will und kann auch nicht mit jedem x-beliebigen zusammenarbeiten. Also hatte ich bei ihrer Therapeutin angerufen. Anfang September. Und hatte mich auf die Warteliste setzen lassen. Bis dato hatte ich nichts von ihr oder einem Kollegen in ihrer Praxis gehört. Langsam wurde ich nervös und telefonierte nach. Und hörte mich nach weiteren Therapeuten um. Meldete mich bei der Empfehlung meiner Hausärztin. Bei der Therapeutin einer Mitpatientin, die die Stadt wechselte (der Platz würde also ja sicher frei werden) und suchte im Internet. Gefühlt gibt es in München eine Million Therapeuten. Und von der Million Therapeutin setzen einen 999.000 erst einmal auf die Warteliste. Außer man hatte Glück. Und / oder, connections. Ich hatte Glück und offensichtlich eine gute Empfehlung. Nach Wochen der Suche hatte ich nun immerhin zwei Termine zum Erstgespräch bei zwei Therapeutinnen vereinbart. Ich hoffte, inständig, dass zumindest eine der beiden zu mir passte. Und auch noch mit mir zusammenarbeiten wollen würde. Immerhin war ich der Wunschpatient für jeden Terminkalender: zeitlich völlig flexibel. Ich war (erstmal zumindest) noch krankgeschrieben.

Am Nachmittag hatte ich dann die zweite Sitzung mit der Sozialtherapeutin. Ich erklärte ihr meinen neuen Plan. Sie war nicht unbedingt erfreut über die Tatsache, dass ich die Wiedereingliederung nicht mir ihr und der Klinik planen wollte. Aber gut. Sie erklärte mir die verschiedenen Formen – Eingliederung ist schließlich nicht gleich Eingliederung –  und relativ bald war die Sitzung auch beendet. Im Anschluss hatte ich, in dieser Woche ausnahmsweise mittwochs, Einzeltherapie.

 

 

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