Sunday Funday

Am Sonntag ging es mir gut. Die Sonne schien, es war warm, ich war ausgeschlafen und ausgesprochen fröhlich gestimmt. Heute wurde für meine Großeltern Messe gelesen und die ganze Verwandtschaft – darunter meine liebste Tante, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte – würde danach gemeinsam Essen gehen. Ich hatte mich entschieden, mitzugehen. Zum einen, weil ich in den letzten Wochen immer mehr spürte, wie gut mir diese eine Stunde Ruhe, Rhythmus und Fallenlassen im Gottesdienst tut, zum anderen, weil es hinterher sehr, sehr gutes Essen geben würde – wovon ich in den nächsten Tagen wieder nur träumen können würde.

Der Gottesdienst war dann tatsächlich sogar sehr interessant, weil ihn ein indischer Bischof, der auf Gastaufenthalt in seiner Partnergemeinde war, hielt. Zum einen war er – für deutsche Verhältnisse – verrückt gekleidet, zum anderen erzählte er in seiner Predigt ausführlich aus Indien.

Danach fuhren wir alle gemeinsam in die Gastwirtschaft, wo meine Schwester schon auf uns wartete. Für mich gab es Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln – das beste Schnitzel weit und breit! – und, wie immer auf unseren Familientreffen, wurde lautstark über den Tisch hinweg über Gott und die Welt diskutiert, auf eine angenehme, gemütliche und oft auch lustige Art und Weise. Es strengte mich erstaunlicherweise gar nicht sonderlich an. Ich fühlte mich immer noch gut! Danach fuhr ich mit meiner Mutter nach München, da ich noch einige Dinge aus meiner Wohnung holen wollte, wie Laufschuhe, etc. Wir spazierten noch eine Weile an der Isar entlang, die ich in den letzten Wochen schon sehr vermisst hatte, anschließend fuhren wir wieder zurück nach Hause. Nach dem Abendessen – Sonntagabend klassisch Brotzeit – fuhr mich mein Vater wieder zurück in die Klinik, ich musst ja um spätestens acht Uhr wieder einpassieren. Es war ein Tag wie immer gewesen, ich war fröhlich, entspannt, meine Hüfte schmerzte zum ersten Mal seit Monaten überhaupt nicht. Es ging mir richtig, richtig gut.

Die  Vorfreude auf die Psychiatrie hielt sich in Grenzen. Erst als ich, in der Junkie-Schlange für die Nachtmedikation stehend, auch Johanna vom „Heimaturlaub“ zurückkommen sah, wurde meine Stimmung wieder etwas besser. Dennoch schlief ich in der Nacht sehr schlecht. Am nächsten Morgen war ich wie gerädert, und bekam beim Frühstück meine Augen kaum auf.

 

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