Es geht mir gut

Ab dem Montag ging es mir gut.

Ich bin mir nicht sicher, warum, ich habe jedoch einige Theorien:

Zum Ersten: Ich war nun in einem Krankenhaus. Ich durfte (in meinem Kopf! Nicht, dass jemand zuvor von mir etwas anderes erwartet hätte) jetzt auch wirklich krank sein.

Zum Zweiten: Ich war in einer Psychiatrie, verdammt! Soweit hatte ich es mit meinen bisherigen Bewältigungsmechanismen und „Ich-will-abers“ gebracht. Ich erkannte, dass ich – einmal mehr in dieser Geschichte – gar keine andere Alternative hatte, als mich auf das alles einzulassen.

Zum Dritten: Ich konnte in der Klinik gar nichts tun, also störte es mich auch nicht mehr, nichts zu tun. Bäume anzustarren wurde zu meiner Lieblingsbeschäftigung. Aber deshalb war ich ja hier.

Zum Vierten: Ich hatte wieder einen geregelten Tagesablauf.

Zum Fünften: Hier waren alle ein bisschen gestört. Also durfte ich das auch sein, ohne dass daran jemand Anstoß genommen hätte. Es war okay so.

Zum Sechsten: Wahrscheinlich begannen die Escitalopram (endlich) zu wirken.

Vermutlich half mir die Mischung aus all diesen Gründen. So unheimlich mir die Psychiatrie und vor allen Dingen die anderen Patienten anfangs gewesen waren – ich gewöhnte mich sehr schnell an all das. Das soll jetzt nicht heißen, dass alles wunderbar war. Aber es war zu diesem Zeitpunkt der einzige richtige Ort für mich. Ich hatte endlich einen Schutzraum gefunden – und endlich auch begriffen, was die Therapeutin eigentlich damit gemeint hatte. Ich konnte mich hier zurückziehen, ohne gleichzeitig alleine zu sein.

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